Diesel – Wut und Ratlosigkeit

Als Niedersachse fahre ich VW und als Vielfahrer Diesel. Das Auto ist vier Jahre alt und entspricht der Euro 5 Norm. Oder besser: es sollte dieser Norm entsprechen. Nun wissen wir, dass die neuen Diesel-Modelle im Realbetrieb teilweise mehr schädliche Stickoxide ausstoßen als die älteren nach Euro 4 Norm.

Ich fühle mich betrogen. Und ich bin wütend. Wir mögen vielen Konzernen moralisch vorwerfen, dass sie alle möglichen Steuerschlupflöcher nutzen und das dann „Steueroptimierung“ nennen. Das schadet nur den Steuereinahmen des Staates. Wenn aber die Automobilkonzerne alle möglichen Schlupflöcher bei den Zulassungsverfahren für ihre Diesel-Modelle nutzen und Fahrzeuge auf den Markt bringen, die real viel mehr die Umwelt verschmutzen, als sie es nach den Richtlinien dürften, das dann „Motoroptimierung“ nennen, dann ist das nicht nur moralisch verwerflich, sondern eine billigend in Kauf genommene Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zur Gesundheitsschädigung der Menschen durch unsaubere Luft. Um die Grenzwerte für saubere Luft insbesondere für die Bewohner der großen Städten einzuhalten, können die Gerichte nicht anders entscheiden, als auf Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge (ohne der möglicherweise kommenden „blauen Plakette“) zu bestehen.

Ratlos macht mich, wie ich damit umgehen soll? Der „Diesel-Gipfel“ vorgestern hat leider nicht zu einem verpflichteten Hardware-Update der Hersteller an den betroffenen Diesel-Pkw geführt. Soll ich mein Fahrzeug jetzt selber nachrüsten lassen, so wie es von der Firma Twintec vorgestellt wurde? Ich bin skeptisch. Mir fehlen dazu noch Testergebnisse und eine Ausgabe von 1.500 € will überlegt sein. Genauso skeptisch bin ich allerdings auch gegenüber den Software-Updates durch die Hersteller. Die sollen zwar nichts kosten, aber wenn es dadurch zu Schäden am Motor kommt, dann kann es teuer werden. Anderseits erfährt mein Auto gerade einen erheblichen Wertverlust und eine „blaue Plakette“ würde ich ohne weitere Maßnahmen sicher nicht erhalten. Damit tendiert der persönliche Wert des Autos für mich gen null.

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