The Atlantic

The Atlantic ist eine amerikanische Monatszeitschrift. Im nächsten Jahr feiert sie ihren 160. Geburtstag. Beim Stöbern in der Online-Ausgabe habe ich jetzt zwei Artikel gefunden (die Bilder sind Screenshots und verlinkt):

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Die Medien nehmen ihn wörtlich, aber nicht ernst; seine Anhänger nehmen ihn ernst, aber nicht wörtlich.

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Dazu hoffe ich nur, dass es nicht schlimmer wird: „Weiße Nationalisten salutieren dem gewählten Präsidenten.“

Warten wir ab, was die USA uns bringen werden – und was wir dem entgegen zu halten haben (werden).

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Weiter so – bis es nicht mehr geht

Angela Angela_Merkel_Juli_2010_Antique300Merkel tritt wieder an. So wie Konrad Adenauer und Helmut Kohl will sie in einer vierten Legislaturperiode die Regierung als Kanzlerin führen. Das bedeutet ein “Weiter so”, daran lässt sie selbst keinen Zweifel.

Ist ein “Weiter so” in Zeiten, in denen morgen nichts mehr so scheinen wird wie es gestern war, die letzte hochgehaltene Fahne des wirtschaftlichen Liberalismus inmitten der Schar  geifernder nationalistischer Furien?

Glauben wir dem, was alles durch die Medien schwirrt, dann ist das so. Rechtspopulisten haben in Europa mehr und mehr Zulauf, dann kam der Brexit, nun kommt Trump. Es bleibt Merkel als Hüterin des globalen Vermächtnisses vom bald nicht mehr Präsident sein dürfenden Obama.

Bei alledem rufe ich in Erinnerung, dass das “Weiter so” gerade in Amerika abgewählt worden ist, dergleichen vor knapp einem halben Jahr mit dem Brexit in Großbrittanien. Nur um die gravierenden Beispiele zu nennen. Bevor die Schuld dafür reflexartig allein bei den Rechtspopulisten gesucht wird, gilt es unvoreingenommen nach den Ursachen zu forschen. Fakt ist, dass die sogenannte “Schere zwischen Arm und Reich” immer größer wird, es immer mehr Berichte über eine drohende Altersarmut gibt, selbst immer mehr Vollbeschäftigte drohen trotz Mindestlohns wegen Leiharbeit und Zeitverträgen unter die Armutsgrenze zu fallen und das bezahlbare Wohnen in den großen Städten wird immer mehr zum Problem.

Angesichts dieser vielen Probleme ist ein “Weiter so” nicht unbedingt die beste Lösung. Allerdings sind die Probleme wie geschaffen dafür, mit einfachen Antworten auf die schwierigen Fragen die Wähler für sich zu gewinnen und die sogenannten politischen Eliten abzustrafen. Das ist eine Alternative – aber die bessere Lösung?

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Die Stimmen der Wut

Trump wird der 45. Präsident der USA. Während in den westlichen Medien für diesen als unwahrscheinlich erachteten Fall ein Horrorszenario neben dem anderen platziert wurde, wundert mich der Ausgang der Wahl nicht, ich habe ihn befürchtet.

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Allein wegen seiner Wahlkampfrethorik ist Trump für mich ein Unsympath. Es bleibt zu hoffen, dass er das Land nicht so führen will und wird, wie er seinen Wahlkampf geführt hat. Aber von meinen Besuchen in Amerika weiß ich, dass das Land tief gespalten ist und es eine große Wut auf das politische System gibt. Als ich gestern im Fernsehen die langen Schlangen vor den Wahllokalen gesehen habe, habe ich geahnt, dass viele ihrer Wut Ausdruck verleihen wollen. All jene hegen jetzt große Hoffnungen. Die Zukunft wird zeigen, wie groß die Enttäuschung ausfallen wird. Die Zukunft wird auch zeigen, ob der Sieg des Populisten Trump Aufwind für die europäischen Rechtspopulisten um Wilders, Le Pen, Farage, Petry u. a. bedeutet. Alle eint eins: das herrschende und als korrupt verschriene politische System abzuschaffen. Ja und dann? Trump wird als erster Antworten darauf geben müssen!

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Brexit: Hoffnung für die Umkehr?

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Großbritanien im  Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Im Juni habe ich darauf gewettet, dass die Briten in der EU bleiben. Das Ergebnis ist bekannt – und in vielen Medien wurde nach dem (knappen) Votum gegen einen Verbleib in der EU der Untergang der britischen Wirtschaft prophezeit. Passiert ist seitdem … nichts! Die britische Regierung lässt sich Zeit der EU gegenüber den Austritt zu erklären und von einem wirtschaftlichen „Sonnenuntergang“ kann wahrlich nicht die Rede sein.

Vor ein paar Tagen hat das britische High Court entschieden, dass die Regierung nicht allein über das weitere Brexit-Verfahren entscheiden darf, sondern das britische Parlament darf bzw. muss mitbestimmen.

Schon gibt es Spekulationen über eine Umkehr vom Brexit. Folgt nach dem „Sonnenuntergang“ nun durch die Hintertür der „Sonnenaufgang“? Gründe dafür gibt es: Dem Vernehmen nach hat es im Parlament nie eine Mehrheit für den Brexit gegeben und Meinungsumfragen lassen die Meinung zu, dass es mit der Ernüchterung nach Referendum heute unter den Briten keine Mehrheit mehr für den Brexit gibt. Selbst Neuwahlen werden ins Gespräch gebracht, quasi als eine zweite Abstimmung über den Verbleib der Briten in der EU.

Es bleibt spannend. Genau wie der Wahlausgang bei den US-Präsidentschaftswahlen in ein paar Tagen. Gestern sagte ein Kollege: „Die Amerikaner haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich würde nichts von beiden wählen.“ Nur was hilft es nicht zu wählen? Oder sollte man sich bei der Wahl zwischen zwei Übeln nicht für das kleinere, geringere entscheiden?

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