Wohin wir zurzeit NICHT reisen werden:

Tweet-Sixtus-21022016Gestern schickte mir ein Freund dieses Bild, ein Ausschnitt von Twitter.

Was mit einem „Schmunzel-Smiley“ versehen war, entpuppte sich beim Lesen meiner Online-Lektüren als (für Dresden / Sachsen) bittere Realität:

Dresden- weniger Touristen

In dem WELT-Artikel heißt es u.a.: „Menschen haben sich in dem Zeitraum bewusst gegen einen Dresden-Besuch entschieden und ihre Privat- oder Geschäftsreise abgesagt, wie wir von Veranstaltern und Branchenvertretern wissen. Vor allem bei Gästen aus dem Inland macht sich die Zurückhaltung bemerkbar: 2015 sank die Zahl ihrer Übernachtungen um 5,1 Prozent auf rund 3,4 Millionen.“

Dresden- Pegida vergrault Touristen

Auch die Süddeutsche berichtet, dass der „Pegida-Effekt gerade in der Dresdner Tourismusbranche die Runde macht. Es beschreibt eine negative Entwicklung, die viele in Sachsens Landeshauptstadt bereits befürchtet hatten und die nun in Zahlen vorliegt: Dresden ist bei Touristen unbeliebter geworden. Wegen Pegida.“

Meine Frau und ich haben bereits vor geraumer Zeit beschlossen, dass für uns Dresden bzw. die die südlicher gelegenen Sächsische Schweiz als Kurzurlaubsziele erst einmal nicht mehr infrage kommen. Wegen Pegida. Nach den jüngsten Ereignissen in Bautzen und Clausnitz sind wir mehr denn je von der Richtigkeit unserer Entscheidung überzeugt. Uns hilft es auch nicht, dass sich Sachsens Ministerpräsident Tillich verteidigt (Artikel im SPIEGEL) und über „die bittere Wahrheit“ spricht. 

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EU-Kommission: der zahnlose Tiger

Die EU-Kommission mit Jean-Claude Juncker an der Spitze ist so etwas wie die Regierung der Europäischen Union. Als solche ist sie auch das exekutive Organ der EU und wacht über die Einhaltung des Europarechts durch die Mitgliedsstaaten.

Soweit die Theorie.

Faymann-YouTube-2015Vor ein paar Tagen hat Österreich bekannt gegeben, nur noch max. 80 Asylanträge pro Tag anzunehmen. So sollen nicht mehr als die im Januar durch Kanzler Faymann verkündeten 37.500 Asylbewerber in diesem Jahr aufgenommen werden („Richtwert 127.500 bis 2019, davon 37.500 in 2016“). Parallel sollen max. 3200 Menschen täglich durchgelassen werden, die in andere Staaten weiterreisen wollen. Die Reaktion aus Brüssel ist nachzulesen: „Die EU-Kommission hält das Vorgehen für unvereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention, der Genfer Konvention sowie mit Artikel 18 der EU-Grundrechtecharta“.

Die Praxis.

Die EU-Kommission kann zwar einerseits Klagen gegen EU-Staaten beim EuGH erheben, anderseits soll sie die gemeinsamen Interessen der EU vertreten und ist somit von den Regierungen der Mitgliedsstaaten abhängig. Im Umgang mit den Flüchtlingen und den Zuwanderern gibt es jedoch keine gemeinsamen Interessen. Die Folge sind nationalstaatliche Sonderwege. Österreichs Kanzler Faymann rechtfertigt sich Medienberichten zufolge denn auch so: „Mein Land hat bereits im Vorjahr deutlich mehr Asylanträge gehabt als beispielsweise Italien und Frankreich. Jeder, der schon mal auf der Landkarte nachgesehen hat, weiß, dass zum Beispiel diese beiden Länder größer sind als Österreich und auch mehr Einwohner haben. Wir können getrost allen sagen, dass wir helfen. Wir sind keine Wegdrücker.“

Die Frage.

Wenn die EU-Kommission auf seine Unabhängigkeit pochen und Klage(n) vor dem EuGH erheben sollte, dann gegen wen?

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Junker im Interview – glaubhaft oder Zweckoptimismus?

Merkel & Junker - "parteichristlich" vereint

Merkel & Junker – „parteichristlich“ vereint

Jean-Claude Junker hat gesprochen. Er redet zwar öfters, das muss er als er Präsident der Europäischen Kommission auch, aber diesmal, ganz aktuell, war es ein Interview mit Nikolaus Blome von der BILD. Ein Auszug:

Blome: „Die Bundeskanzlerin wirkt vor dem kommenden EU-Gipfel isoliert. Was würde es für die EU bedeuten, wenn Merkel nicht mehr im Amt wäre?“

Junker: „Eine Haltung zu haben und für diese auch unter Druck einzustehen, gehört zur Stellenbeschreibung eines Regierungschefs. Kanzlern wurde immer dann Anerkennung gezollt, wenn sie ihren Kurs in stürmischen Zeiten beibehielten. Ich denke vor allem an die weitblickende Wiedervereinigungs-Politik von Helmut Kohl. Die Geschichte hat ihm Recht gegeben, und sie wird Angela Merkel Recht geben. Angela Merkel wird all ihre jetzigen Kritiker im Amt überdauern. Die von ihr und mir vertretene europäische Flüchtlingspolitik wird sich durchsetzen. Es ist politische Führungsstärke zu sagen: Wir schaffen das. Alles andere ist Kapitulation vor den Populisten.“

Mit dem Wissen, dass Junker der Christlich Sozialen Volkspartei (CSV) angehört, der luxemburgischen Schwesterpartei der CDU, mag keine andere Antwort zu erwarten sein. Fraglich ist jedoch, wie viel Zweckoptimismus sie enthält.

Fraglich ist ebenso wie sich die Antworten anhören würden, wenn statt des moderaten EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junker der amtierende EU-Ratspräsident Donald Tusk aus Polen dem Interviewer Nikolaus Blome gegenüber säße?

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Ein Auszug aus der SZ vom 02.12.2015: „Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt in Europa immer stärkeren Gegenwind in der Flüchtlingspolitik. EU-Ratspräsident Donald Tusk forderte nun in deutlicher Form eine Kehrtwende. ‚Wenn wir Regeln haben, dann müssen wir sie einhalten‘, sagte Tusk in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und fünf weiteren europäischen Blättern. Das gelte auch für das Dublin-Verfahren, das die Rückführung von Flüchtlingen in das Land vorsieht, über das sie in die EU eingereist sind. Merkel hatte das Dublin-Verfahren als ‚obsolet‘ bezeichnet.“

Auch diese Aussage stammt von Tusk: „Manche von ihnen sagen, die Flüchtlingswelle sei zu groß, um sie zu stoppen. Das ist gefährlich. Gesagt werden müsse vielmehr: ‚Diese Flüchtlingswelle ist zu groß, um sie nicht zu stoppen.‘ Niemand in Europa ist bereit, diese hohen Zahlen aufzunehmen, Deutschland eingeschlossen.“

Es darf sich ein jeder aussuchen, was er glauben möchte!

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„Hart aber fair“, gestern: Hart ja, aber fair?

Wer gestern Abend die Talkshow „Hart aber fair“ zur Flüchtlingskrise mit Frank Plasberg im Ersten gesehen hat, durfte sich fragen, wie vereint Europa noch ist? „Hart“ ging es zu, aber angesichts einer mitunter sehr kaltherzigen Rhetorik darf man alles andere als „fair“ bezeichnen, nur so manche unsachliche, populistische Äußerung nicht. Nein, sollten die fünf Protagonisten stellvertretend für die EU stehen, dann war Europa noch nie so zerstritten wie heute, die Stimmung noch nie so schlecht.

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Frank Plasberg – „Hart aber fair“ – Quelle: Wikimedia

Die Gäste: Der „Merkel-Rückenfreihalter“ und CDU-Vize Armin Laschet, seine österreichische „Parteifreundin“ von der ÖVP, Inneministerin und „Obergrenzen-Exekutiererin“ Johanna Mikl-Leitner,  der „Europa-Sicherheitsgarant“ und ungarische Botschafter Peter Györkös, die griechische Journalistin und „Tsipras-Vertraute“ Kaki Bali und das „personifizierte-Brüssel-EU“, der Journalist Rolf-Dieter Krause vom WDR.

Flüchtlinge wurden zu „Strömen“ degradiert, die „kontrolliert werden müssen“, von „Abhaltewirkung, effektivem Schutz, Rückstau“ und anderen technokratischen Begrifflichkeiten war die Rede, bis hin zu den bemerkenswerten Aussagen a) von der Österreicherin: „Wir werden eine tägliche Obergrenze exekutieren“; und b) von dem Ungarn: „Es ist ein wichtiger Punkt, dass die Deutschen verstehen, dass wir das, was wir tun, für die Sicherheit in Europa tun.“ Außerdem hält er das Problem für ein „speziell deutsches“, weil „90 Prozent der Flüchtlinge nach Deutschland wollen, angelockt von vollen Staatskassen und Wohnungsbauprogrammen“.

Mit dieser Argumentationsweise waren die anderen Talkrunden-Teilnehmer natürlich nicht einverstanden. Die Griechin „glaubte ihren Ohren nicht“ und fügt empört an, dass „niemand sein Haus in Syrien verlässt um hier Bauprogramme zu besichtigen“. Auch dem Journalisten Krause war Ärger anzumerken, in Richtung des Ungarn: „Können sie sich vorstellen, dass sich die deutsche Regierung noch einmal gegenüber ihren Bürgern durchsetzen kann, solidarisch zu Ländern zu sein, die gerade selbst nicht solidarisch sind?“

Die mangelnde Solidarität beklagte auch CDU-Mann Laschet, der im moderaten Ton im Sinne von Kanzlerin Merkel für die europäische Lösung warb und insbesondere bei der Zuteilung der Flüchtlinge einforderte, dass sich alle an die geltenden EU-Beschlüsse halten. An seine österreichische Parteifreundin richtete er die Frage, wie sie ihre Obergrenze umsetzen will: „Alle Maßnahmen, die sie Obergrenze nennen, haben wir in Deutschland auch, eine klare Trennung zwischen Asyl und Einwanderung, Abschiebungen sowieso.“ Die Antwort war nicht erhellend, bis auf die Zusage, dass an der Grenze nicht geschossen werden soll, mit der nachgeschobenen Einschränkung „es sei denn, es gehe Gewalt von den Flüchtlingen aus“.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die EU-Grenze eigenmächtig von einigen EU-Mitgliedsstaaten vor und zu Griechenland neu gezogen wird und dass ein Domino-Effekt eintritt, „ein Effekt, den wir gewollt haben“, so Mikl-Leitner. Da klingt der Apell der Griechin Bali, dass „es doch möglich sein sollte, zwei bis drei Millionen Flüchtlinge im reichen, 500 Millionen zählenden Europa zu verteilen“, ziemlich naiv. Leider. Mit anderen Worten: Eine humanitäre Katastrophe vor der europäischen Grenze wird aus egoistischen Gründen und mangelnder Solidarität billigend in Kauf genommen. Egal, ob sich das personifizierte oder das offizielle Brüssel darüber aufregt. Das klingt hart und ist gar nicht fair.

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Verwirren mit Worten – oder die Mär vom Wirtschaftswachstum

In einem Wirtschaftsartikel lese ich heute diese These:

„Bei einem anhaltenden Wachstum von 3 % verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre. Eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.“

Ich frage in diesen Momenten: „Ehrlich?“ Und inflationsbereinigt?“

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Was ich meine, will ich verdeutlichen: Bei einer anhaltenden Inflation und entsprechenden Vermehrung der Geldmenge um 3,0 % verdoppelt sich diese alle 23 Jahre. In diesem Fall ist das reale Wachstum trotz einer Verdoppelung des nominalen Wachstums nach 23 Jahren gleich null. Beispiel: Ein Auto kostet 10.000 Euro, inflationsbedingt 23 Jahre später 20.000 Euro. Der Arbeiter verdient 10.000 Euro, 23 Jahre später durch inflationsausgleichende Lohnsteigerungen 20.000 Euro. Der Händler hat zwar seinen Umsatz beim Verkauf des Autos gegenüber vor 23 Jahren verdoppelt, der Arbeiter muss aber nach wie vor die gleiche Zeit dafür arbeiten.

Das ist Mathematik, die Art mit den Zahlen umzugehen hingegen Philosophie oder Psychologie. Folgende Varianten, je nach Motivation, sind möglich:

  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands ist von dem einem auf das andere Jahr (nominal) um 3,0 % gewachsen. Das klingt gut, wenn z.B. die Politik Wachstum zum Ausdruck gebracht bringen will.
  • Das statische Bundesamt weist nur ein reales Wachstum von 1,6 % aus, da es den BIP-Deflator (Quotient aus nominalem und realem BIP) mit 1,4 % berücksichtigt. Das klingt ehrlich – aber nicht so gut.
  • Verbraucherorganisationen hingegen verweisen auf den Verbraucherpreisindex (VPI), der in der Regel wegen einer anderen Berechnung („Warenkorb“) höher ausfällt als der BIP-Deflator. Wird der mit 2,5 % errechnet, beträgt das reale Wachstum lediglich noch 0,5  %.

So kann sich jeder aussuchen, welches Wachstum seiner Argumentation dient. Am Rande: Bei einem realen BIP-Wachstum von 0,5 % (bereinigt durch den VPI) dauert es nach dem o.g. Modell 139 Jahre, bis sich das Wachstum verdoppelt hat. Dann von einer „zwangsläufigen Selbstzerstörung“ zu reden ist natürlich weniger glaubhaft.

Für ein Wirtschaftswachstum gilt auch folgendes, Stichworte „Netto-Neuverschuldung, „schwarze null“: Hat sich das nominale BIP nach dem o.g. Modell in 23 Jahren verdoppelt und betrug die Staatsverschuldung anfänglich 80 % des BIP (Deutschland zurzeit), dann beträgt sie bei gleichbleibender Summe nun 40 %. Das ist die Entschuldung durch Inflation – und Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien: Der staatliche Schuldenstand darf nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts betragen.

Anmerkung: „Bruttosozialprodukt“ ist ein veralteter Begriff. Ende der 90er wurde er im Rahmen einer internationalen Angleichung durch das „Bruttonationaleinkommen“ ersetzt. Das Bruttonationaleinkommen unterscheidet sich wiederum vom Bruttoinlandsprodukt: Das Bruttonationaleinkommen misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die von Personen hergestellt werden, die im betrachteten Staat leben, unabhängig davon, wo die Arbeitsleistung erbracht worden ist. Dagegen misst das Bruttoinlandsprodukt den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die im betrachteten Staat hergestellt wurden, unabhängig davon, wo die Arbeitnehmer wohnen. Im internationalen Vergleich wird seit langem nur noch das BIP verwendet.

Das „Wirtschaftswachstum“ ist nur ein Begriff, der mehrere Definitionen bzw. Interpretationen zulässt. Es gibt noch viele andere Beispiele: Arbeitslose – nicht jeder arbeitslose Mensch ist ein Arbeitsloser; Flüchtlinge – in „Easy“ registrierte oder Asylantragsteller beim BAMF, dann ist zu unterscheiden zwischen Erst- und Folgeanträge, sind Flüchtlinge aufgrund der Genfer Flüchtlingskonvention oder nach der Dublin-III-Verordnung gemeint, oder die subsidiär Schutzberechtigten, oder die innerhalb eines Kontingents oder die Zuwanderer?

Um einer sachlichen Diskussion Willen sollten wir genau sagen, was wir meinen. Pauschalbegriffe dienen nicht zur Lösung komplexer Fragen und haben etwas populistisches an sich. In einer Diskussionsrunde habe ich neulich einen in seehoferscher Manier eine „Obergrenze bei den Flüchtlingen“ fordernden Lokalpolitiker gebeten zu sagen, was er damit genau meint, verbunden mit der Frage: „Was ist mit der afghanischen Familie, die per Flieger einreist und Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention begehrt, weil sie wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe um ihr Leben fürchten muss? Soll die nach dem Erreichen der Obergrenze wieder zurück geschickt werden? Wollen sie damit gegen eine völkerrechtlich verbindliche Regelung verstoßen?“ Nein, das wollte er nicht, aber vielleicht mehr aus Angst davor, dass es am nächsten Tag in der Zeitung steht.

Leider wird in den Medien häufig oberflächlich berichtet. Als der österreichische Kanzler Faymann im Januar ankündigte, dass sein Land bis 2019 maximal 127.500 Flüchtlinge aufnehmen will, sprach er von einem „Richtwert“. Es gab nur wenige Artikel, z.B. im SPIEGEL, durch die das so publiziert wurde. Meist wurde nur über eine „Obergrenze“ berichtet. Eine Obergrenze, die ein „bis hier hin und nicht weiter“ impliziert, ist aber etwas anderes als eine Grenze gemäß eines Richtwertes, die eine gewisse Flexibilität zulassen mag.

Das zum Verwirren mit Worten. Oft geschieht es ganz unbewusst, weil es der eine so sagt, schreibt, der andere es aber anders versteht. Das führt zu Missverständnissen und Vorwürfen – siehe z.B. die Auseinandersetzung in der Regierung zum „Asylpaket II“ zwischen SPD und CDU/CSU. Alles andere ist für mich die Manipulation. Auch die gibt es oft genug!

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Panzer zu Traktoren

Als ich heute in einer unserer Regionalzeitungen blätterte und dieses Bild sah, habe ich nur meinen Kopf geschüttelt.

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Ein „Friedenspanzer“? Was hat ein Panzer mit Frieden zu tun? Für mich ist das ein Oxymoron wie am Samstag die „Sportkneipe“, der innere Widerspruch in einem Wort. Dazu fällt mir ein Satz von George Orwell ein: „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke.“ Nachzulesen in seinem Roman „1984“ von 1948.

„Nun gut“, denke ich mir, „immerhin ist der Panzer rosa, so wie das U-Boot in der Filmkomödie ‚Unternehmen Petticoat‘, sei tolerant und verbuche es unter Satire“.

Keine Satire und für mich nicht zu tolerieren ist das, was ich anschließend in der FAZ gesehen habe:

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Karneval hin, Karneval her, darüber kann ich nicht lachen. Aber vielleicht bin ich als Norddeutscher zu engstirnig und mit dem süddeutschen Faschings-Frohsinn nicht so vertraut. Dennoch: Früher sagte man „Schwerter zu Pflugscharen“, heute empfehle ich „Panzer zu Traktoren“. Mit Traktoren kann man nicht schießen, egal welche Farbe sie haben.

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No sports

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Gestern Abend in der Stadt. Ich war unterwegs um noch etwas zu erledigen. Auf dem Weg kam ich an einer „Sportkneipe“ vorbei. „Sportkneipe“, welch Oxymoron, so wie „Hassliebe“. Im Inneren wurde offensichtlich auf einem überdimensionalem Fernseher ein Fußballspiel übertragen. Der gedämpften Stimmung nach hat die favorisierte Mannschaft wahrscheinlich nicht so gut gespielt. Das nenne ich dann mal „kollektives Abhängen mit Frustbetankung“.

Mich hat Sport nie interessiert und ich habe auch nie irgend eine Sportart betrieben. Mir ist es egal, welche Mannschaft wo spielt, auf- oder absteigt, wer wo ein „Match“ gewinnt oder verliert. Das ist so. Sich durch sportliche Anstrengungen zu verausgaben ist für mich reine Energieverschwendung. Also lasse ich es und verwende die Energie lieber für das, was ich als sinnvoller erachte – und was mir Freude bereitet.

War Sport jemals nur ein ehrliches Kräftemessen unter dem Motto: „Der Bessere soll gewinnen“? Nachzulesen ist, dass bereits die Griechen bei den ersten olympischen Spielen in der Antike betrogen haben sollen. „Sportehrlichkeit“, ein Oxymoron. Und heute? Es geht ums Geschäft, der Zuschauer soll bezahlen und die Sportler sind die Gladiatoren der Neuzeit, degradiert zu hochgezüchteten und jederzeit austauschbaren Werbeflächen, wenn der Ertrag nicht mehr stimmt. Korruption und Betrug sind an der Tagesordnung, die Medien sind voll davon. „Geld schießt Tore“ höre ich oft, wenn es um Fußball geht. Das mag stimmen. Um so mehr amüsiert es mich, wenn „das Geld“ vorne weniger Tore schießt als es hinten zulässt. Heute Morgen habe ich gelesen, dass gestern in der englischen Premier League der kleine Verein Leicester City mit 3 zu 1 gegen die Millionentruppe von Manchester City gewonnen hat und damit in der Tabelle deutlich auf Platz 1 steht. Das sind die Momente, wo ich auch beim Sport schmunzeln muss. Allerdings vergeht mir das sofort wieder, wenn ich auf der nächsten Zeitungsseite die neueste Entwicklung über die DFB-Beckenbauer-Niersbach-Korruptionsaffäre lese und dass der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger nach einem aktuellen Gerichtsurteil den Ausrichter der Fußball-WM 2022, Katar, als ein „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ bezeichnen darf. Nein, dann lieber „no sports“.

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Flüchtlinge & Wirklichkeit: Fischereischutzboot wird Rettungsschiff

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Zeitungsleser können in den letzten Monaten schauen wo sie wollen, das Thema Flüchtlinge, mit sämtlichen Facetten, ist allgegenwärtig. Dabei wird uns Journalisten oft eine unausgewogene Berichterstattung vorgeworfen und dass wir unsere Glaubwürdigkeit mittlerweile verspielt haben. Vielleicht gehe ich später einmal auf diese Kritik ein. Ich bitte beim Lesen jedoch darauf zu achten, ob es sich um eine Nachricht, einen Kommentar oder eine Kolumne handelt.

Wenn z.B. Sascha Lobo in seiner SPIEGEL-Kolumne schreibt:
”Was sich an Schwachsinn in die sozialen Medien ergießt, ist mittlerweile nicht mehr auszuhalten.”,
dann ist das seine persönliche Meinung und nicht zwingend die offizielle der SPIEGEL-Redaktion oder gar des Verlages.

Nachrichten hingegen müssen gut recherchiert und durch Quellen belegbar sein. Sie sollten – eine der zehn Thesen des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau für guten Journalismus – die Wirklichkeit abbilden. Zur Wirklichkeit zum Thema Flüchtlinge gehört auch diese:
”Das Mittelmeer hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der Hauptfluchtrouten von Flüchtlingen nach Europa entwickelt. Bei dem Versuch das Mittelmeer in dafür ungeeigneten alten Schiffen und Schlauchbooten zu überqueren, sind in den Jahren 2010 bis 2014 mindestens 23.000 Menschen ums Leben gekommen (Quelle: The Migrant Files). Allein im Jahr 2015  starben bei der Überquerung des Mittelmeeres mehr als 3.700 Menschen. 2016 sind bereits im ersten Monat nahezu 250 Menschen ums Leben gekommen oder gelten als vermisst (Quelle: UNHCR).”

Übernommen habe ich diesen Text von der Website der Hilfsorganisation SOS MEDITERRANEE. “Angesichts der dramatischen Zunahme von Seenotfällen und der unzureichenden Gegenmaßnahmen will SOS MEDITERRANEE Seenotrettungsaktionen im Mittelmeer durchführen und regelmäßig über die Lage der Flüchtlinge berichten”, heißt es dort weiter. Aus dem Grund haben die Helfer die 77 m lange MS AQUARIUS gechartert, ein ehemaliges Fischereischutzboot mit Platz für bis zu 500 Flüchtlingen, um dort zu retten und zu helfen, wo die EU-Staaten im Mittelmeer versagen. Finanziert wird die Rettungsaktion allein durch Spenden.

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„Wir haben unseren Wohlstand auf dem Rücken der Entwicklungsländer aufgebaut. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Diese Spannungen entladen sich”, so Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am 10. Januar gegenüber der FAZ. Weiter: “Die Menschen fliehen vor Hunger, Elend, Gewalt und weil sie keine Zukunft für sich und ihre Familien sehen. Wenn die Menschen leiden, werden sie kommen.“ Bildet diese Aussage in der FAZ die Wirklichkeit ab, oder ist sie nur die Aussage eines Bundesministers?

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Gabriel top, aber nur in der ZEIT

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„SPD-Chef Gabriel hat sich für eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz ausgesprochen. Außerdem solle die Partei von TV-Wahlkampfrunden ausgeschlossen werden.“ So heißt es in dem Anrisstext eines Artikels in der ZEIT vom 31. Januar.

Damit hat Gabriel etwas geschafft, was ihm sonst vergönnt ist: Er war nicht nur in der SPD die Nr. 1, er war bundesweit top, wenn auch nur kurzzeitig.

Zum Nachlesen:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-01/gabriel-afd-verfassungsschutz

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Ich versuche mich

Ich habe schon viel bei und über WordPress-Blogs gelesen. Animiert durch einen Freund will ich mich nun auch einmal versuchen. Ich weiß aber nicht, was daraus wird!

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